Dr. Stephan Scholtissek. Innovation.

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Dr. Stephan Scholtissek, Jahrgang 1959, ist promovierter Biochemiker.
Er begann seine Karriere beim Medizintechnologieunternehmen Dräger in der Forschungsabteilung und entschied sich anschließend für den Wechsel in die Unternehmensberatung. Nach einigen Jahren bei den Strategieberatern AT Kearney und Bain & Company ging er 1997 zu Accenture und übernahm sechs Jahre später die Geschäftsführung von Accenture Deutschland. Im Jahr 2006 folgte die Berufung zum Vorsitzenden der Accenture Ländergruppe Deutschland, Österreich, Schweiz. Heute ist Scholtissek einer der gefragtesten Experten, wenn es um Innovationen, große Transformationen und die Chancen der Globalisierung für den Standort Deutschland geht.

 Lebenslauf in Kürze

Der Beginn aus Erfindungen Innovationen zu formen

Als junger Wissenschaftler musste sich Scholtissek bereits damals mit ansehen, wie die wirtschaftlichen Erfolge aus deutschen Erfindungen von anderen Staaten, Unternehmen und Personen eingefahren wurden – weil die deutsche Bürokratie blockierte, weil in „blanker Unkenntnis“ geführte öffentliche Debatten die Vermarktung erschwerten und/oder weil Unternehmen die sich ihnen bietenden Chancen nicht nutzten.

Eine Lektion hatte er schon damals gelernt: Erfindungen verhelfen zu Titeln, Orden und Ehrenzeichen, bringen aber dem Erfinder finanziell wenig. Erst wenn es gelingt, Erfindungen am Markt zu erfolgreichen Produkten – und damit überhaupt erst zu Innovationen – zu machen, zahlen sich Erfindungen für den Erfinder und dessen Unternehmen aus.

„Konsequenterweise verließ ich die Wissenschaft und ging in die Wirtschaft, zu dem Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen Dräger. Ende der Achtzigerjahre gelang es uns dort in intensiver Arbeit, ein preisgünstiges, schnelles und leicht bedienbares Formaldehyd-Messmittel auf biochemischer Basis zu entwickeln. Unsere Erfindung war dem damaligen Stand der Technik – der chemischen Gasmesstechnik – weit überlegen. Da in der bundesdeutschen Gesellschaft gerade die Formaldehyd-Hysterie grassierte, bestanden recht gute Marktchancen für unseren laientauglichen Sensor. Nach erfolgter Patent- und Geschmacksmusteranmeldung fragte ich den zuständigen Vorstand, wo denn »meine« Produktion und »mein« Vertrieb nun blieben. »Gehen Sie zurück in Ihr Labor und entwickeln Sie etwas Neues«, wurde ich beschieden – eine Antwort, mit der ich wenig anfangen konnte…“

-> Der Formaldehydsensor »Biocheck F« wurde 1993 im Markt eingeführt – bis Ende 2008 wurden 540 000 Stück weltweit verkauft.

Das Problem Erfindungen zur innovativen Marktreife zu bringen

Scholtissek zog wiederum seine Konsequenzen – und sprach mit vielen wesentlichen deutschen Medizin-, Chemie- und Pharmaunternehmen. Jedoch traf er überall mehr oder weniger auf dasselbe Problem: Keines dieser Unternehmen besaß (und besitzt ihn übrigens bis heute nicht) einen wirklich durchgängigen Innovationsprozess mit allen notwendigen unterstützenden Rahmenbedingungen; einen Prozess also, der dafür sorgt, dass werthaltige Erfindungen so schnell und effizient wie möglich in erfolgreiche Produkte und Services umgesetzt und erfolgreich vermarktet werden. Zitat: „Jedes Mal wurde ich gefragt: »Was wollen Sie denn nun bei uns machen – Strategie, Forschung, Entwicklung, Produktion, Marketing oder Vertrieb?

Sie müssen sich schon entscheiden!« Und jedes Mal erntete ich Unverständnis mit meiner Antwort: »Alles zusammen.« Wenn ich dann noch hinzufügte, dass ich damit auch richtig Geld verdienen wolle, gaben meine Gesprächspartner auf: Einen Job, wie ich ihn suchte, hatte »die Industrie« einfach nicht zu bieten.
Doch damit wollte sich Scholtissek nicht abfinden: Den Job, der internes Wachstum ermöglicht, der ein Unternehmen in der globalisierten Welt krisenfest und zum Gewinner macht – einen solchen Job war in »der deutschen Industrielandschaft« bis dato nicht zu finden.

Dr. Scholtissek formuliert seine Antwort in der Unternehmensberatung

Scholtissek reagierte auf die Defizite der Industrie, Innovationen gewinnbringend und nachhaltig in den Markt einzuführen: er wurde Unternehmensberater, denn hierin sah er zumindest die Chance, Innovationen gesamthaft zu begleiten – von der Erfindung bis zum Markterfolg. Zitat: „Überflüssig zu erwähnen, dass ich auch in der Beraterbranche zunächst einmal das alte Spiel erlebte: Worauf wollen Sie sich spezialisieren – auf welche Branche, welche Funktionalität, welche Art von Arbeit?
Mit zunehmendem Lebensalter hatte ich dann doch noch das Glück, diejenigen zu treffen, denen es gelungen war, Ideen erfolgreich in den Markt zu bringen: die Innovatoren, die wirklichen Stars des Wirtschaftslebens. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Weg gefunden, um eine Idee optimal im Markt zu positionieren: als Start-up-Unternehmer, als Owner-Operator eines Familienunternehmens oder als Manager, der durch persönlichen Einsatz andere mitgezogen hat – unabhängig von seiner Position und weit über die Grenzen seines Jobs hinaus…“

Auch aus diesen Begegnungen und Erfahrungen konnte Scholtissek mitnehmen, dass es nicht das eine Patentrezept für erfolgreiche Innovationen gibt – »there is no silver bullet«, wie es im Englischen heißt. Doch nach und nach erkannte Scholtissek, dass Innovationen auf Prozessen beruhen, die immer ähnliche Muster aufweisen und die es nachzuvollziehen lohnt – gleichgültig, ob man einer Erfindung, einer neuartigen Marketingidee oder einer neuen Dienstleistung zum Markterfolg verhelfen will. Zitat: „Überdies gibt es eine Reihe von Faktoren, die in erheblichem Maß beeinflussen, wie gut die Markteinführung einer neuen Idee gelingen wird.“

Literatur

Die Magie der Innovation - Erfolgsgeschichten von Audi bis Zara Erfolgreiche Unternehmen unterscheiden sich von ihren Konkurrenten vor allem durch eines: Sie haben keine Scheu vor Innovationen und gestalten den Weg von der
Erfindung bis zur Markteroberung akiv, hartnäckig und kreativ. Lernen Sie von den Besten:

  • Audi: Wie der A6 in China zum Inbegriff der Innovation und Erfolg wird
  • Bionade: Wie die "Fanta ohne Chemie" Kultstatus erringt
  • Evonik: Wie ein Chemieunternehmen grüne Zukunft verspricht
  • Villeroy & Boch: Wie sich ein Porzelllanhersteller neu erfindet
  • Zara: Wie ein galizischer Textilproduzent die Modebranche aufmischt

 

Innovation Excellence
In seinem Buch analysiert Stephan Scholtissek Innovationen, die von Unternehmen in den Bereichen Energie und natürliche Ressourcen hervorgebracht wurden. Unternehmen in diesen Marktsektoren wird oft fälschlicherweise unterstellt, nicht innovativ zu sein. Doch gerade hier finden derzeit massive Veränderungen statt - neue Unternehmen gewinnen an Macht, die Bedeutung der Emerging Markets wächst, und die Welt schaut gespannt auf die Entwicklungen bei den Low-Carbon-Technologien. Scholtissek zeigt, dass Innovation - definiert als Summe von Erfindung und Markterfolg - die einzig mögliche Antwort für mehr Wettbewerbserfolg in einer multipolaren Welt ist. Er belegt, dass sich die Unternehmen restrukturieren müssen mit dem Ziel, letztlich als ein Portfolio von Innovationen geführt zu werden. Scholtissek beleuchtet die verschiedenen Innovationsformen (Produkt-, Service-, Prozess-, Organisations- und Geschäftsmodellinnovationen) und zeigt, dass die Ressourcen für Forschung und Entwicklung für all diese Innovationsarten verwendet werden müssen. In detaillierten Fallstudien erzählt er dazu spannende Erfolgsgeschichten. Das Buch enthält darüber hinaus ein End-to-end-System für Innovationen, das dafür sorgt, dass Innovationsprozesse reibungsloser verlaufen, und es identifiziert die Schlüsselfaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit von Innovationen in einem Unternehmen erhöhen. Es stellt die Zukunft der Innovation dar und bietet einen holistischen Ansatz, um den Erfolg von Innovationen zu steigern.

Weitere Literatur